{"id":274,"date":"2020-08-09T13:10:58","date_gmt":"2020-08-09T11:10:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/?p=274"},"modified":"2020-08-10T18:02:59","modified_gmt":"2020-08-10T16:02:59","slug":"arthur-conan-doyle-und-die-elfen-von-cottingley-transkript","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/2020\/08\/arthur-conan-doyle-und-die-elfen-von-cottingley-transkript\/","title":{"rendered":"Arthur Conan Doyle und die Elfen von Cottingley | Transkript"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Zeitpunkte-Podcast. Geschichten mit Vergangenheit. Erz\u00e4hlt von Kurt Tutschek. Folge 7: Arthur Conan Doyle und die Elfen von Cottingley. Als sich der Mann, der Sherlock Holmes erfand, von kleinen gefll\u00fcgelten Wesen, die versteckt an einem B\u00e4chlein in Yorkshire lebten, bezaubern lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgeregt liefen die beiden M\u00e4dchen nach Hause. Elsie und Frances hatten den Nachmittag wie so oft am Bach verbracht, der am Grundst\u00fcck von Elsies Eltern vorbeifloss. Die kleinen Wasserf\u00e4lle, die \u00fcber die Steine pl\u00e4tscherten, luden zum Spielen ein, und zum Plantschen im Sommer, wenn die Tage auch in Yorkshire so hei\u00df wurden, dass man sie am liebsten im Schatten verbrachte. Doch dies war kein Nachmittag wie all die anderen. Ungeheuerliches war geschehen, und so rannten Elsie und Frances so rasch sie konnten zur\u00fcck zum Haus um Elsies Eltern mitzuteilen, was sie am Ufer des B\u00e4chleins gesehen hatten. Und falls die Erwachsenen ihnen nicht glauben sollten, hatten sie auch schon eine Idee, wie sie den Besuch der kleinen gefl\u00fcgelten Wesen beweisen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch beginnen wir am Anfang.<\/p>\n\n\n\n<p>Elsie Wright und Frances Griffiths waren Kusinen. Die zehnj\u00e4hrige Frances war im Sommer 1917 gerade aus S\u00fcdafrika nach England gekommen und wohnte bei der Familie ihrer 16-j\u00e4hrigen Kusine Elsie, w\u00e4hrend Frances&#8216; Vater im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte. Die beiden M\u00e4dchen standen einander sehr nahe und verbrachten einen Gro\u00dfteil dieses Sommers beim Spielen an einem k\u00fchlen Bach am Fu\u00dfe des Gartens im kleinen Dorf Cottingley der Grafschaft Yorkshire. Die M\u00e4dchen rannten oft mit wilden Geschichten von Begegnungen mit Gnomen und Feen nach Hause, von denen sie behaupteten, dass diese Wesen, die man sonst nur aus M\u00e4rchen und alten Geschichten kannte, direkt an diesem Bach lebten. Die beiden schw\u00f6rten, dass sie die Elfen und kleinen Zwerge tats\u00e4chlich gesehen hatten. Gro\u00dfes Ehrenwort. Die Eltern standen diesen fantastischen Geschichten der M\u00e4dchen begreiflicherweise zun\u00e4chst recht skeptisch gegen\u00fcber. Aber um den Beweis zu erbringen, dass sie sich die Geschichten nicht blo\u00df ausgedacht hatten, lieh sich Elsie eines nachmittags die Kamera ihres Vaters. Sie w\u00fcrden die Feen, die jeden Tag am Wasser tanzten, fotografieren, ja, das w\u00fcrden sie tun. Niemand sollte sagen, dass sie sich diese Geschichten blo\u00df ausdachten. Elsie wusste, wie die Kamera zu bedienen war und schon machten sich die M\u00e4dchen auf den Weg zur\u00fcck zum B\u00e4chlein um den g\u00fcltigen Beweis zu erbringen, dass diese Wesen wahrhaftig existierten. Und das Wunder geschah, tats\u00e4chlich zeigten sich die Elfen den M\u00e4dchen und posierten vor der Kamera. Das erste Bild war auf Fotoplatte gebannt. Noch am selben Tag entwickelte Elsies Vater die Aufnahme in seiner Dunkelkammer und staunte. Da waren tats\u00e4chlich winzige menschen\u00e4hnliche Wesen mit zarten Fl\u00fcgeln zu erkennen, die sich offenbar von Elsie und Frances nicht st\u00f6ren lie\u00dfen. Sie liefen \u00fcber das Moos, tanzten vor Elsie, die in die Kamera blickte. Konnte das tats\u00e4chlich wahr sein, h\u00fcpften hier vor seinen Augen diese Fabelwesen durchs Bild, die man bisher stets f\u00fcr blo\u00dfe Fantasiegestalten angesehen hatte? Aber so au\u00dfergew\u00f6hnlich das Foto auch war, Elsies Vater war nicht restlos \u00fcberzeugt. Irgendetwas st\u00f6rte ihn an den fragilen Gestalten. Irgendwie sahen sie aus, als w\u00e4ren sie aus Karton ausgeschnitten und in den weichen Boden gesteckt worden. Seine Tochter war sehr kreativ wenn es ums Fotografieren ging, er traute ihr ohne weiteres zu, dass sich die beiden M\u00e4dchen ganz einfach einen gro\u00dfen Spa\u00df erlaubt hatten und die Erwachsenen an der Nase herumf\u00fchren wollten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/elfen1-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"1100\" height=\"811\" src=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/elfen1-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-276\" srcset=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/elfen1-1.jpg 1100w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/elfen1-1-543x400.jpg 543w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/elfen1-1-1024x755.jpg 1024w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/elfen1-1-768x566.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption>Die Elfen von Cottingley<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein wenig waren Elsie und Frances dann doch eingeschnappt, als ihr Beweisfoto nicht die Anerkennung erhielt, die es ganz sicher verdient hatte. Einige Monate zogen ins Land, und eines Tages machten sich die beiden erneut auf, einen weiteren Beweis zu liefern, der auch die letzten Zweifler \u00fcberzeugen w\u00fcrde. Wieder schnappten sie die Kamera und machten sich auf die Jagd nach den erstaunlichen Lebewesen. Auch dieses zweite Foto gelang. Es zeigt die 16j\u00e4hrige Elsie, die l\u00e4chelnd in der Wiese sitzt und ihre Hand einem kleinen M\u00e4nnchen, einem Gnom oder Zwerg entgegenstreckt, der sich scheu gen\u00e4hert hat. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gnom.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"900\" height=\"1247\" src=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gnom.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-279\" srcset=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gnom.jpg 900w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gnom-289x400.jpg 289w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gnom-739x1024.jpg 739w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gnom-768x1064.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption>Elsie und der Gnom<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und diesmal fanden die M\u00e4dchen auch jemanden, der ihnen glaubte: Polly Wright, Elsies Mutter, war als Anh\u00e4ngerin der Theosophie dem Gedanken an verborgene Geheimnisse der Natur und allem Okkulten, auch dem Glauben an Naturgeister sehr aufgeschlossen. Bei der Theosophischen Gesellschaft handelte es sich um eine damals recht einflussreiche internationalen Vereinigung von Anh\u00e4ngern okkulter und spiritueller Ereignisse. Dieses zweite Foto \u00fcberzeugte Polly, dass sich auf ihrem eigenen Grund und Boden Elfen und andere Wesen, die sonst den Kontakt zu den Menschen scheuten, angesiedelt und am Ufer des Baches ihre Heimat gefunden hatten. Stolz nahm sie die beiden Fotos zu einer theosophischen Vorlesung mit, die sich mit dem geheimen Leben von Naturgeistern befasste. Aufgeregt zeigte sie die Bilder dem Vortragenden, der versprach, sie bei einer gro\u00dfen Konferenz vorzustellen, die in wenigen Monaten stattfinden w\u00fcrde. Und hier kommt Edward Gardner ins Spiel, ein weiterer Theosoph, der von den Fotos sofort fasziniert war. Er lie\u00df die Negative von einem Experten \u00fcberpr\u00fcfen, der sie zweifelsfrei als echt anerkannte und keine Manipulationen feststellen konnte. Das reichte wiederum Gardner aus, die Bilder zur Beweisf\u00fchrung heranzuziehen, dass Elfen und andere Wesen, die in der \u00d6ffentlichkeit bisher meist als Spinnereien bel\u00e4chelt wurden, tats\u00e4chlich existierten. Und so geschah es, dass die beiden Fotos immer weitere Kreise zogen. Schlie\u00dflich erweckten sie auch das Interesse von Sir Arthur Conan Doyle. Es verwundert nicht, dass der Schriftsteller, der Sherlock Holmes erfunden hatte, von den Fotos in Bann gezogen wurde, denn er war zeitlebens allen \u00fcbersinnlichen Erscheinungen \u00e4u\u00dferst zugetan und glaubte unbeirrt an \u00fcbersinnliche F\u00e4higkeiten, die sich in manchen, besonders aufgeschlossenen Menschen manifestierten w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fotos der Elfen waren ein Geschenk des Himmels f\u00fcr Arthur Conan Doyle und so beschlossen Doyle und Gardner der Sache genauer auf den Grund zu gehen. Auf Dr\u00e4ngen Doyles machte sich Edward Gardner im Juli 1920 auf den Weg nach Cottingley um die Orte aufzusuchen, an denen die Fotos aufgenommen worden waren. Er interviewte Elsie und ihre Eltern und bat um weitere Fotos. Ein Herzenswunsch konnte ihm jedoch nicht erf\u00fcllt werden: Zerknirscht meldete Gardner, dass es ihm leider nicht m\u00f6glich sein w\u00fcrde, die Elfen und all die anderen Wesen, die versteckt am Bach lebten, mit eigenen Augen zu sehen. Elsie versicherte ihm, sie w\u00fcrden sich nur ihr selbst und ihrer Kusine zeigen. Aber sie versprach, weitere Fotos anzufertigen. Und tats\u00e4chlich schickte sie ihm im September drei weitere Aufnahmen der Elfen, die Gardner wiederum untersuchen lie\u00df. Bezaubernde Bilder. Auf einem \u00fcberreichte eine Elfe Elsie einen winzigen Blumenstrau\u00df, auf einem anderen sah man Frances mit einer ausgelassen durchs Bild springenden Elfe. Alle Foto-Fachleute, die zugezogen wurden, bescheinigten die Echtheit der Bilder. Harold Snelling, ein Fotograf mit 30j\u00e4hriger Erfahrung stellte zweifellos fest, dass die Aufnahmen unverf\u00e4lschte Einzelbelichtungen seien, ohne Spuren von Studio-Manipulationen. Den Einsatz von Papier- oder Kartonmodellen schloss er ebenso dezidiert aus. Und was ihn besonders verbl\u00fcffte war, dass bei genauer Betrachtung Bewegungen erkennbar waren, die die Elfen ausf\u00fchrten. Fl\u00fcgel und Beine waren leicht unscharf. Ja, hier waren Lebewesen aus Fleisch und Blut zu sehen. Doyle und Gardner, die sichergehen wollten, keinem Betrug auf den Leim zu gehen, zogen sogar die renommierte Firma Kodak zu Rate, der man glaubw\u00fcrdige Expertise was die Fotos betraf, wohl zutrauen konnte. Nach genauer Untersuchung der Bilder verneinten aber auch die Experten von Kodak eine direkte Fotomanipulation, konstatierten jedoch, dass es durchaus m\u00f6glich w\u00e4re, \u00e4hnliche Fotos in einem Studio bei geeigneter Beleuchtung und mit \u00fcberzeugenden Requisiten nachzustellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/blumen.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"900\" height=\"1233\" src=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/blumen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-280\" srcset=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/blumen.jpg 900w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/blumen-292x400.jpg 292w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/blumen-747x1024.jpg 747w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/blumen-768x1052.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption>Ein Blumenstrau\u00df f\u00fcr Elsie<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/springende-elfe.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"900\" height=\"1215\" src=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/springende-elfe.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-281\" srcset=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/springende-elfe.jpg 900w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/springende-elfe-296x400.jpg 296w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/springende-elfe-759x1024.jpg 759w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/springende-elfe-768x1037.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption>Die springende Elfe<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/bild5.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"900\" height=\"1262\" src=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/bild5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-282\" srcset=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/bild5.jpg 900w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/bild5-285x400.jpg 285w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/bild5-730x1024.jpg 730w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/bild5-768x1077.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption>Elfen beim Sonnenbad<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Trotz aller Einw\u00e4nde entpuppten sich die Fotos als Gl\u00fccksfall auch f\u00fcr Arthur Conan Doyle, der f\u00fcr die Dezember-Ausgabe des viel gelesenen &#8218;Strand Magazine&#8216; einen Artikel \u00fcber Feen schreiben sollte. Jetzt konnte er auf Augenzeugenberichte aus erster Hand und sogar auf Fotografien der scheuen Wesen zur\u00fcckgreifen. Der erste Beitrag im &#8218;Strand Magazine&#8216; erschien ordnungsgem\u00e4\u00df im Dezember 1920 und enthielt die ersten beiden Fotos, die 1917 aufgenommen worden waren. Doyle schrieb von einem &#8218;epochemachenden Ereignis&#8216;, das in dem verschlafenen D\u00f6rfchen Cottingley, einem Vorort Bradfords im westlichen Yorkshire stattgefunden hatte. F\u00fcr die Herausgeber der Zeitschrift wurde Doyles Beitrag ein riesiger Erfolg, denn die Ausgabe war sofort ausverkauft. Wegen des durchschlagenden Erfolgs erschien bereits wenige Monate sp\u00e4ter, im M\u00e4rz 1921 ein zweiter Artikel mit dem Titel &#8218;The Evidence of fairies&#8216;, also &#8218;Der Beweis von Elfen&#8216;, der zwei weitere Fotos enthielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Publikum war vollauf begeistert und daher adaptierte Doyle die Artikel rasch machte ein Buch daraus: &#8218;The Coming of the Fairies&#8216;, &#8218;Die Ankunft der Feen&#8216; erschien 1922. Obwohl es sich gut verkaufte, besch\u00e4digte die Ver\u00f6ffentlichung dieses Buches allerdings Conan Doyles Ruf ernsthaft. Er sah sich von allen Seiten Spott und Hohn ausgeliefert, denn eine Vielzahl von Skeptikern wollte trotz Doyles unentwegtem Einsatz nicht recht an die Geschichte der Cottingley-Feen glauben. Der Vater von Sherlock Holmes hielt jedoch trotz aller Einw\u00e4nde, die auf ihn einst\u00fcrzten, beharrlich an seiner Einsch\u00e4tzung der Erz\u00e4hlungen der beiden M\u00e4dchen fest: sie sagten die Wahrheit, Elfen und Zwerge existierten tats\u00e4chlich. Arthur Conan Doyle war ein Mann der Wissenschaft, ein ausgebildeter Arzt und Sch\u00f6pfer einer zeitlosen Figur, die zum Synonym f\u00fcr Vernunft und messerscharfen Verstand geworden ist. Umso merkw\u00fcrdiger scheint es, dass Conan Doyle auf einen Streich hereinfiel, den sich zwei Kusinen mit \u00fcberbordender Fantasie und der Hilfe einer Kamera ausgedacht hatten. Aber er glaubte nicht nur felsenfest an die Existenz der M\u00e4rchenwesen, sondern verteidigte seine Haltung bis zu seinem Tod im Jahr1930.<\/p>\n\n\n\n<iframe src=\"https:\/\/archive.org\/embed\/comingoffairies00doylrich\" width=\"1250\" height=\"680\" frameborder=\"0\" webkitallowfullscreen=\"true\" mozallowfullscreen=\"true\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\n\n\n\n<p>Nun, was die Firma Kodak und alle anderen Experten betrifft, die die Fotos als echt eingestuft hatten, muss man sagen, dass sie insofern recht hatten, dass die Bilder nicht in einem Studio manipuliert worden waren. Die Kusinen hatten Zeichnungen von Feen in einem Buch &#8211; Princess Mary&#8217;s Gift Book aus dem Jahr 1914 &#8211; entdeckt, nachgezeichnet, ausgeschnitten und dekorativ im moosbewachsenen Boden mit Hutnadeln befestigt. Ein Scherz, der jedoch vor allem nach dem Engagement von Arthur Conan Doyle ein beachtliches Eigenleben entwickelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugute kam den beiden M\u00e4dchen Doyles Begeisterung f\u00fcr alles Okkulte. Zeitlebens war er \u00fcberzeugt, dass eine andere Welt au\u00dferhalb unserer beschr\u00e4nkten Wahrnehmung existierte. Die Spiritualismus-Bewegung begann Mitte des 18. Jahrhunderts, genau zu der Zeit, als sich neue wissenschaftliche Erkenntnisse rasch ausbreiteten und neue Technologien das bisher Unm\u00f6gliche m\u00f6glich machten. Vielleicht war der weit verbreitete Glaube an das Unsichtbare auch eine Gegenreaktion auf die bahnbrechenden Entdeckungen der Wissenschaft. Gleichzeitig wurden neue Erfindungen aber auch genutzt, um okkulte Theorien zu beweisen. Beliebt waren Fotos, die Bilder von Geistern einfangen sollten. Bei Betrachtung mit heutigen Augen erweisen sich diese Beweisfotos meist als relativ simple Doppelbelichtungen, in denen meist neben oder \u00fcber einer Person, die Kontakt mit dem Jenseits aufnehmen m\u00f6chte, ein Geistwesen auftaucht, das scheinbar aus dem Nichts materialisiert auf die Fotoplatte gebannt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch von Conan Doyle selbst existiert ein derartiges Bild, das ihn samt dem Geist seines verstorbenen Sohns Kingsley zeigt. Er verfasste auch ein Buch \u00fcber die Geisterfotografie: <em>The Case for Spirit Photography<\/em>, in dem er den Geister-Fotografen William Hope verteidigte. Kein Wunder, dass Doyle von den Bildern der Elfen fasziniert sein musste und alle bei genauerer Betrachtung doch recht eindeutigen Hinweise auf die aus Karton geschnittenen Figuren vom Tisch wischte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/doyle-kingsley.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"900\" height=\"1061\" src=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/doyle-kingsley.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-287\" srcset=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/doyle-kingsley.jpg 900w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/doyle-kingsley-339x400.jpg 339w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/doyle-kingsley-869x1024.jpg 869w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/doyle-kingsley-768x905.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption>Arthur Conan Doyle und sein verstorbener Sohn Kingsley<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In den sp\u00e4teren 1920er Jahren lie\u00df das Interesse an den Feen von Cottingley langsam nach und sie verschwanden nach Arthur Conan Doyles Tod 1930 als skurrile Fu\u00dfnote in den Archiven der Geschichte. Das Publikum zog weiter zur n\u00e4chsten Sensation, wohl auch deshalb weil die beiden M\u00e4dchen keine weiteren Fotos der scheuen M\u00e4rchenwesen ver\u00f6ffentlichten. Erst in den 1960ern wurde man wieder auf die Fotos aufmerksam, als ein Reporter Elsie Wright f\u00fcr ein Interview aufsuchte. Doch ob die Fotos tats\u00e4chlich Feen zeigten oder doch nur ein Scherz gewesen waren, das lie\u00df sie vorerst offen. Nach weiteren Untersuchungen der Bilder wurden sie schlie\u00dflich 1978 eindeutig als F\u00e4lschungen enttarnt. Elsies Gest\u00e4ndnis folgte sp\u00e4t. 1983 wandte sie sich an den Fotoexperten und Journalisten Geoffrey Crawley, und teilte ihm mit, dass sie und Frances mit den Bildern ein Spiel in Gang gesetzt hatten, dass nicht mehr zu stoppen war, nachdem Conan Doyle davon erfahren hatte. Niemals h\u00e4tten sie gedacht, dass jemand die Fotos f\u00fcr echt halten k\u00f6nnte, aber als der ber\u00fchmte Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle sich zu den Fotos \u00e4u\u00dferte und die tats\u00e4chliche Existenz der Elfen von Cottingley schwarz auf wei\u00df in seinen Artikeln niederschrieb, wollten sie ihn nicht blo\u00dfstellen. Alles war so einfach gewesen. Ein Kinderbuch mit h\u00fcbschen Illustrationen, die die begabte Elsie kopierte. Ein paar Hutnadeln und Klebeband. Und eine Kamera. Mehr brauchte es nicht um die ganze Welt zum Narren zu halten. Ach ja, und ein wenig Wind, der die federleichten Figuren aus Papier in Bewegung versetzte und so die Illusion von Bewegung in den Fotos erzeugte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gift-book.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"900\" height=\"632\" src=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gift-book.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-284\" srcset=\"https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gift-book.jpg 900w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gift-book-560x393.jpg 560w, https:\/\/www.zeitpunkte.eu\/podcast\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/gift-book-768x539.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption>Abbildung aus &#8218;Princess Mary&#8217;s Gift Book&#8216; &#8211; Quelle der Inspiration f\u00fcr Elsie und Frances<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenige Jahre vor ihrem Tod &#8211; Frances starb 1986, Elsie zwei Jahre sp\u00e4ter &#8211; \u00e4u\u00dferten sich die beiden Kusinen dazu auch im britischen Fernsehen. Frances sagte: <em>It was just Elsie an I having a bit of fun<\/em>. Zwei M\u00e4dchen, die nur ein wenig Spa\u00df haben wollten und nicht ahnen konnten, dass die Erwachsenen diese fantastische Geschichte f\u00fcr bare M\u00fcnze nehmen w\u00fcrden. <br>Aber vielleicht wollten die Menschen ja auf den Arm genommen werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Quellen:<br>&#8211;  Arthur Conan Doyle: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/archive.org\/details\/comingoffairies00doylrich\/page\/6\/mode\/thumb\" target=\"_blank\">The Coming of The Fairies, 1922<\/a><br>&#8211; Artikel im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/archive.org\/stream\/TheStrandMagazineAnIllustratedMonthly\/TheStrandMagazine1920bVol.LxJul-dec#page\/n483\/mode\/2up\" target=\"_blank\">Strand Magazine, Dez. 1920<\/a><br>&#8211; <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.arthur-conan-doyle.com\/index.php?title=Main_Page\" target=\"_blank\">The Arthur Conan Doyle Encyclopedia<\/a><br>&#8211; <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/princessmarysgif00mary\/page\/104\/mode\/2up\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Princess Mary&#8217;s Gift Book<\/a>, 1914<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Zeitpunkte-Podcast. 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